Cystinurie - steter Tropfen?

 

steter Tropfen... manchmal versickert er auch nur...
und bewirkt wenig...

 

 

 

 

 

Man könnte meinen, zum Thema Cystinurie beim Kromfohrländer lägen jetzt mittlerweile genug Information vor, damit der verantwortungsbewusste Rüdenbesitzer handeln kann.

 

Erschreckend ist aber, dass auch im Frühling 2020 ein grosses Mass an Nichtwissen vorhanden ist. Viele Kromfohrländer-Rüdenbesitzer haben keine Ahnung von dieser Erkrankung und  werden auch vom Züchter nicht informiert, dass diese Erkrankung beim Kromfohrländer manifest ist und worauf zu achten ist.

 

 

Auf der Website meines Zuchtvereines VRK hat es seit Jahren schon einen sehr langen und ausführlichen Artikel zur Cystinurie, welcher vor kurzem noch mit einem Merkblatt von Laboklin ergänzt werden konnte.

 

 

Wir wissen seit Jahren, dass Cystinurie in verschiedenen Formen vorkommt, beim Kromfohrländer liegt mutmasslich der Typ III vor. Hier ist es eine androgene Erkrankung und die Kastration bringt diese Stoffwechsel-erkrankung zum Stillstand. Bei betroffenen Rüden ist die Kastration das Mittel der Wahl. Diätfutter bringt keine Besserung.

 

Bis ein Gentest für Cystinurie gefunden wird (die Forschung läuft, keiner kann sagen, ob und wann sie diesbezüglich erfolgreich sein wird) gilt:

 

 

Der COLA-Test hat seine Gültigkeit und die Aussagekraft ist klar. Ein gesunder Hund scheidet kein Cystin im Übermass aus. Cystinwerte über dem Normbereich sind ein Indiz für Cystinurie. Cystinsediment im Urin ist ebenso - zusätzlich - ein Symptom für Cystinurie.

 

 

Der COLA-Test geht immer! einher mit einer pH-Wert Bestimmung und einer Sedimentanalyse. Nur wenn diese 3 Punkte 

 

  • COLA-Test im Labor
  • pH-Wert Bestimmung vom frischen Urin in der Tierarztpraxis vor Ort
  • Sedimentanalyse vom frischen Urin in der Tierarztpraxis vor Ort

 

korrekt gemacht werden, kann eine Aussage getroffen werden zur Cystinurie. Ein COLA-Test alleine reicht nicht aus!

 

 

Der Hinweis, eine Sedimentprüfung alleine genüge, ist falsch. Das Cystin kann zum Zeitpunkt der Probenentnahme in löslicher Form im Urin vorhanden sein, dann ist die Sedimentprüfung ohne Befund und man wägt sich in falscher Sicherheit.

 

Aus der Praxis:

 

 

In den letzten Wochen hatte ich mehrfach Kontakt mit Besitzern von reinrassigen Kromirüden.

 

 

  • Rüde, COLA-Test mit Cystinwerten fast 3 fach so hoch wie erlaubt - wurde zum Glück kastriert.

 

 

  • Rüde, es wurde nur eine Sedimentprüfung angeraten, COLA-Test wurde zum Glück dennoch gemacht - das Resultat:

 

Cystinwert 2,5x so hoch wie der Richtwert, Cystinsediment im Urin, Griess in der Blase, Ultraschall ergab einen Stein in der Blase von über einem Centimenter Durchmesser 

 

der Besitzer überlegt sich alternative Methoden zur Kastration - die Information über die Gefährdung des Rüdens und der Hinweis auf eine rasche Kastration wurde nicht angenommen.

 

 

  • Rüde ( mit einigen Verwandten mit Cystinurie) Blasenentzündung, Blut im Urin, kein COLA-Test, Cystinsediment im Urin. Der Rüde wird nicht kastriert, er kriegt Diätfutter, der Züchter hätte das so empfohlen.

 

 

 

Manchmal könnte man schon das heulende Elend kriegen.

 

 

Die Informationen liegen vor. Lesen Sie, machen Sie sich Ihre Gedanken, beachten Sie das Merkblatt von Laboklin. Es ist diesem Artikel auch angefügt.

 

Der COLA-Test sollte bei allen potenten Kromfohrländer Rüden gemacht werden.

 

 

 

Rüden, die als Deckrüden eingesetzt werden sollen, gehören zwingend! untersucht. Ein Zuchteinsatz sollte nur geplant werden, wenn der COLA-Test Cystinwerte im Normbereich aufweist und wenn kein Cystin-Sediment im pH-Wert  vorhanden ist.

 

 

März 2020

 

Eine Zusammenfassung von Laboklin -wichtige Informationen zur Cystinurie beim Kromfohrländer
MERKBLATT ZUR CYSTINURIE_Laboklin 2020.p
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