Abschied von Tuba -

dem allerbesten feinsten

14. August 2007 bis 17. Juni 2019

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tuba kam am 14. August 2007 zur Welt und am 25. Oktober 2007 zog er bei uns ein.

 

Wie naiv wir doch waren. Wir dachten, wir bekommen einen Hund. Ach, Narren waren wir!

 

Wir haben einen Seelenhund bekommen, unseren Tübibübi, ein Herz auf vier Pfoten - unbeschreiblich eigentlich.

 

 

 

Tuba hat uns und vor allem mir persönlich, sein Herz geschenkt. Er liebte aber auch meinen Mann und meine Kinder und er verzauberte auch Menschen, die von sich sagen, sie würden keine Hunde mögen.

 

Tuba war ein sanfter Rüde, der gerne Ruhe und Ordnung hatte, Aufhebens war ihm fremd - wichtig war ihm  nur eines - dabei sein. Wo ich war, war Tuba. Er war mein Schatten und meine Sonne.

 

Er war ein Streber und es war ihm ganz wichtig, seine Aufgaben perfekt zu erledigen. Wir haben zusammen die Welpenschule und den Junghundekurs besucht, danach kam Agidience und anschliessend Agility (ohne Leistungsdruck, nur zur Freude). Er war blitzschnell und hat mir gnädig verziehen, dass ich zu langsam war für ihn. Er hat gestrahlt, wenn er auf den Hundeplatz durfte und zeigen konnte, was er alles kann.

 

Genauso liebte er aber auch unsere täglichen Spaziergänge, die wir immer mit einigen Aufgaben bestückt haben.

 

Richtige Männerwanderungen hat er dann mit meinem Mann gemacht, in zügigem Schritt durch die Hügellandschaft hier bei uns im Baselbiet oder in den Bergen in Sedrun, wo er auch so gerne war.

 

Tuba hat wortlos verstanden, was gerade anstand, Kommunikation war mit ihm mit einem Blick möglich, dieser Seeleneinklang war magisch.

 

Tuba war für uns ein Anker und wir waren seiner.

 

Er hat gestaunt, als wir ihm im April 2011 mit Wurzel "ein Ei" gelegt haben. Er war ein wenig erschüttert, hat sich dann aber schnell von ihr um den Finger wickeln lassen. Wurzel hat Tuba vergöttert und er mochte sie auch sehr, auch wenn er das wenig zu gab.

 

Genauso war es auch, als wir, Tuba ahnte es sicher schon, im Sommer 2017 aus Wurzels letztem Wurf, Candis behielten.
Auch für Candis war Tuba ein Held, ein grosser lieber Onkel. Sein "Zurechtweisungknurren", wenn sie zu nah auf dem Sofa bei ihm lag, hat sie einfach ignoriert und hat dann ihren kleinen Hintern so lange zu ihm geschoben, bis Körperkontakt war mit dem grossen Tuba und er fands grossartig und hat's geschehen lassen.

 

Ein Schock für uns alle war im Sommer 2014 die Diagnose: Mitralklappeninsuffizienz.

Wir haben daraufhin das Agility beendet und haben ein gutes und bedachtes Leben mit ihm gehabt. Halbjährliche Herz-Ultraschallkontrollen zeigten einen langsamen Verlauf der Erkrankung.

 

Im Mai 2018 kam dann der erste Herz-Ohnmachtsanfall. Ausgerechnet am ersten Tag unseres Urlaubs, fern von daheim, in Dänemark, an seinem geliebten Strand. Aus dem Nichts heraus, es gab keine Anzeichen. Für ihn und uns traumatisch und der Beginn des letzten Abschnittes seines Lebens.

 

Nach dem Urlaub bekam Tuba dann ein Herzmedikament, was ihm noch einige beschwerdefreie Monate ermöglichte. Im Oktober hatte er dann wieder Ohnmachtsanfälle, fast wöchentlich. Die grosse Zahnoperation Anfang November war einschneidend für ihn.

Er war sehr schwach und hat sich nur sehr langsam erholt. Erst gegen Weihnachten war er einigermassen - für seine Verhältnisse - stabil. Bis dahin hatten wir viele Herzohnmachten, immer traumatisch für Tuba und für uns. Die Angst und Unsicherheit hat ihn und uns begleitet. täglich.

 

Zusätzlich kamen seit Herbst 2018 immerwiederkehrende Darmentzündungen dazu, die wir bis Frühjahr '19 jeweils mit alternativen Methoden gut einfangen konnten. Tuba ist ein homozygoter Merkmalsträger des von Willebrand Syndromes und die Darmblutungen waren deswegen auch immer stark und langanhaltend. Es schwächte ihn zunehmend.

 

Seit Herbst 2018 machte ich die Spaziergänge mit Tuba alleine, kurz und in seinem Tempo und ohne die Damen. Damit er seine Ruhe hat und nicht das Gefühl haben muss, er muss der erste sein beim Rennspiel oder sich aufregt, wenn Candis Blödsinn macht unterwegs oder Wurzel bei den Uebungen mit stoischer Langsamkeit brilliert.

Januar und Februar 2019 hatte er zwei gute Monate ohne Ohnmachten.

 

Im März musste ich für 4 Tage verreisen - er hatte kurz zuvor wieder eine Darmentzündung - und zusammen mit dem Stress meiner Abwesenheit ging es ihm sehr schlecht. Ich musste notfallmässig 2 Tage früher heimreisen, ich war nicht sicher, ob ich ihn noch lebend antreffe daheim. Aber auch diese Klippe konnten wir zusammen umgehen.

 

Die Ohnmachten häuften sich dann, und die Darmentzündungen kamen im 3-4 Wochen Rhythmus, ohne Antibiotika bekamen wir sie nicht mehr in den Griff.

Ab dem 13. Juni 2019 merkten wir deutlich: Tuba kann nicht mehr. Seine Energie war sehr niedrig. Aus seinem Blick sprach Angst und Unsicherheit und er hatte keine Freude mehr an den kleinen Dingen, die ihm noch blieben. Er hatte keine Kraft mehr für Spaziergänge und wollte auch nicht mehr gemütlich den Garten erkunden. Sein Gang war wackelig und er brauchte enorm Kraft schon nur für den Pisigang.

 

Wir haben daraufhin den Kontrolltermin vom 17. Juni 2019 beim Tierarzt umgewandelt in den Erlösungszeitpunkt. Tuba soll nicht leiden, er soll nicht traurig sein müssen darüber, dass vieles nicht mehr ging. Wenn Angst aus seinem Blick spricht und Resignation, dann ist es nicht mehr lebenswert für ihn. Die Zeichen haben wir erkannt und so liessen wir ihn in Liebe gehen.

 

Ein so schwerer Gang, für uns alle - aber nötig und wichtig für Tuba und für uns. Er war uns ein treuer Freund, diesen Liebesdienst waren wir ihm schuldig.

 

 

Tuba hat mir seinerzeit sein Herz geschenkt und ich ihm meines. Er ist heute gegangen und hat ein Stück von mir mitgenommen - mir aber auch ein Stück von sich dagelassen. Er wird immer mein "one and only" bleiben, es gibt keine Worte dafür, was ich fühle.

 

Ich bin zutiefst dankbar, dass Tuba fast 12 Jahre mit mir und meiner Familie leben durfte und dass wir ihm den Abschied in Friede und Liebe bereiten konnten.

Es tröstet - der Schmerz bleibt. Er wird sich hoffentlich irgendwann ein wenig wandeln. Jetzt ist er kaum aushaltbar. Wir vermissen Tuba unendlich.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tübibübi in Filz - so eine liebevolles Geschenk.

Danke Britta!