Belle Alva von der Bijouterie Chlinau/Gesundheitsthemen

 

Das Einkreuzprojekt des VRK für den Kromfohrländer hat zum Ziel, Hunde zu züchten, die einen guten Schuss Kromfohrländeranteil haben, die dem Kromfohrländerstandard entsprechen und welche vom Wesen her dem Kromfohrländer sehr sehr ähnlich sind punkto Sensibilität, aber dennoch sollen sie stabiler sein.

 

Das ist die Essenz des Einkreuzprojektes. Ein genetisch aufgefrischter Hund hat bessere Chancen, ein gutes Leben zu führen als einer mit einem sehr hohen Inzuchtgrad.

 

Anhand des A-Wurfes von der Bijouterie Chlinau habe ich im April 2019 eine Bilanz gezogen zum Thema genetische Varianz - ich empfehle diesen Artikel zur Lektüre.

 

Wie schaut es jetzt konkret bei Belle Alva aus mit der genetischen Varianz?

 

Wir erinnern uns:     ca. 26% Genvielfalt bei den reinrassen Kromis
                                ca. 34% beim Durchschnitts-Rassehund

 


Wurzel, die Grossmutter von Belle Alva, hat einen Wert von 38,9%
(Kromianteil 62,5%)



Bijou, die Mutter von Belle Alva, weist 43% auf.
(Kromianteil 31,25%)



Antony vom Rheitlager Hof, der Vater von Belle Alva, weist 40,6% auf.
(Kromianteil  62,5%)

 

 

 

und Belle Alva?

Sie hat einen Kromianteil von 46,9% und weist 46% Genvarianz auf. Wouw!

 

 

Belle Alva - genetische Varianz

 

Das MyDogDNA Testprogramm kann also belegen, dass das Einkreuzprojekt an der richtigen Stelle ansetzt. Alvas Wert von 46% - verglichen mit den 26% der Reinrassigen... da liegen Welten dazwischen...

 

Belle Alvas Bruder, Brinz Bodil, hat übrigens auch einen Top-Wert, er hat 42% genetische Varianz gemäss MyDogDNA.

 

Alle, die mit Hunden züchten, welche Kromfohrländeranteil haben oder sogar reinrassig sind, haben auch mit Schattenseiten zu kämpfen. Aber auch diese kann man züchterisch ausleuchten...

 

Belle Alva ist (wie ihr Vater) Anlageträgerin für von Willebrand Typ I und für MDR1.

 

Das Thema MDR1 kommt über die Vaterlinie, in der Ahnengalerie von Toni hat es einen Australian Shepard drin, bei dieser Rasse ist MDR1 verbreitet.

Und ja, man kann den Bären nicht waschen, ohne das Fell nass zu  machen. Sobald man in eine geschlossene Population einkreuzt, sei es mit einem Rassehund oder einem Mischling, bringt dieser Hund seine eigenen "Genprobleme" mit. Und die gibts überall. Man muss also hinschauen und mit den Schwierigkeiten richtig umgehen. Bei Erkrankungen, bei denen ein Gentest besteht, ist man als Züchter sehr gut bedient, denn hier kann  man punkto Genotyp vieles an Informationen über den Zuchthund bekommen.

 

Falls Alva je in die Zucht ginge, würde sie nur verpaart werden mit einem Rüden, welcher frei ist für beide Erkrankungen, somit kann der Nachwuchs an diesen Krankheiten nicht erkranken.

 

Diese Kombination hatten wir auch bei Alvas Eltern, Bijou ist frei für alle testbaren Erkrankungen beim Kromfohrländer, Toni ist Anlageträger für MDR1 und vW.

Ja, wir haben im VRK eine Zuchtlinie mit dem MDR1-Thema, das ist so. Aber alle diese Hunde unterliegen so oder so dem VRK Zuchtlenkungskonzept, alle sind getestet und wichtig: keiner ist Merkmalsträger für MDR1.

Wenn überhaupt sind es nur Anlageträger mit einem krankhaften Gen und nicht mit zwein, wie bei den Merkmalsträgern. Für Anlageträger MDR1 hat dieser Genstatus keine Lebensqualitäts-Einschränkung!

 

Alva, November 2020
Alva, November 2020

 

 

 

 

 

 

In einer engen Zuchtpopulation wie beim Kromfohrländer wäre es fatal, wenn man auch Anlageträger von der Zucht ausschliessen würde.

Sie dürfen und sollen in die Zucht, aber der Genstatus der Ver-paarungspartner muss passen.

 

Also - die Schattenseiten sind da, aber wir bringen mit dem Zuchtkonzept des VRK auch da Licht ins Dunkle...