Belle Alva, ein halbes Jahr alt

17. Juni 2020 bis 17. Dezember 2020

 

Für die Website des Zwingers von der Bijouterie Chlinau haben Familie Bodil und wir eine kleine Bilanz des ersten halben Jahres der zwei B-linge geschrieben.

Die Bilder von Bodil und die Schilderungen der Familie finden sich hier - an dieser Stelle veröffentliche ich gerne den Text zu Alva.

 

 

Januar 2021

 

 

Die Zeit vergeht so schnell –

 

sehr anschaulich ist dies bei unseren Welpen und Junghunden zu merken.

 

Am 14. August 2020 ist Alva hier eingezogen und nun liegt der Halb-Jahres-Geburtstag auch schon hinter uns.

 

 

Alva kam zu uns, als unsere Familie sehr beansprucht war, wir hatten kurz vorher einen sehr nahen Familienangehörigen verloren und wir wussten, es würden noch mehr Verluste auf uns zukommen.

Wir nun hatten in den letzten Monaten Abschied nehmen müssen von vier lieben Menschen, die uns sehr nahe waren, eine harte Belastungsprobe.

Gleichzeitig mit all den Schicksalsschlägen einen Welpen/Junghund im Haus zu haben, der seine Bedürfnisse hat und die auch einfordert? Es war nicht immer easy, vor allem die ersten Wochen mit wenig Schlaf und vielen Pisiunterbrechungen forderten uns sehr.

Aber – Alva kam genau richtig. Sie ist eine wunderbare Seelentrösterin und mit ihrer unbefangen ungestümen Art überrollt sie jeden mit ihrer Freude und den eingeforderten Streicheleinheiten.

Alva lebt zusammen mit ihrer Grossmutter Wurzel und Tante Candis im Zwinger vom Chirsgarten. Candis ist eine Halbschwester zu Alvas Mutter Bijou.

Die „drei Damen vom Grill“ hier lieben es, vom Eckbank alles zu beobachten. Dies ist hier in Häfelfingen wahrlich enorm spannend, wenn alle 2 Stunden mal ein Auto vorbeifährt, ist hier grad highlife.
Wurzel ist sehr fürsorglich mit Alva, das Enkelkind muss ja geputzte Ohren haben und den mehrfach täglichen Abriechtest gilt es auch zu bestehen. Tante Candis kann da eher ein wenig hochnäsig sein, sie spielt manchmal mit Alva, aber oft lässt sie sich auch bewundern und Alva darf dann am „langen Arm verhungern“. Das Dreierteam läuft aktuell prima.

Alva hat sich hier bestens eingefügt und konnte auch akzeptieren, wenn in diesen für uns so schwierigen Monaten wenig Zeit war für sie für Extrabeschäftigung. Vieles, was mit den drei anderen Hunden im Chirsgarten während der Junghundezeit gemacht worden ist, blieb auf der Strecke, mangels Energie und/oder Möglichkeiten. Den Welpenkurs und Junghundekurs haben wir gemacht, bis uns dann Corona in die Quere kam und die Hundeschulen schliessen mussten.

Alva kann schon vieles punkto Gehorsam, schön an der Leine laufen üben wir noch immer. Das liegt aber weniger an ihr, als ihrem Frauchen, was den Umständen entsprechend oft die Schleppleine nimmt, so kann Alva nichts lernen punkto Leinenführigkeit. Aber das kommt noch…

 

 

Während Bodil im Schlaraffenland lebt punkto Hundekontakten, ist es hier eher mau. Auch da haben wir noch Trainingsbedarf.

 

Das Wichtigste aber ist die Fröhlichkeit von Alva und ihre Freude an Menschen. Wer bei uns zu Besuch kommt, der wird überrollt von ihrem „ich will nur schnell Grüezi sagen“ und sie setzt sich dann mit dazu auf den Eckbank und geniesst das. Und ganz ehrlich, gestandene Männer finden das herrlich und streicheln gedankenverloren Alva, während wir unseren Kaffee trinken…

 

Auch Alva hat oft das Gefühl: ich kann das grad nicht, ich muss hier weg – kromitypisch. Geschirranziehen zum Beispiel.

Wir haben auch unsere Tricks entwickeln müssen, wie Familie Bodil auch. Aber wir können zum Glück aus vielen Jahren mehrfacher Kromierfahrung schöpfen. Drum entlockt uns solches Verhalten ein Schmunzeln (manchmal auch ein Grummeln) und wir wissen, das sind Phasen, das geht vorbei.
Alva ist noch kleiner als Wurzel und logischerweise grösser als Candis (wobei das echt keine Kunst ist, Candis trägt nicht umsonst den vollen Namen „Chlini Candis vom Chirsgarten“. Sie ist ein Zwerg. Und eigentlich sind hier sogar die Katzen grösser als Candis… ).

Die kromieigenen kleinen Unsicherheiten zeigt Alva auch, bei ihr unbekannten Situationen in der grossen weiten Welt reagiert sie genau so, wie wir es auch von Tuba und Candis her kennen. (nein, von Wurzel kennen wir das nicht – sie fand immer nur alles toll, spannend und lustig in der Altersphase).

 

Alva schraubt sich aber nicht so schnell hoch in der Erregung, meistens. Andererseits kann sie sich tüchtig erschrecken, wenn sie sich im Backofenglas spiegelt, dann muss man mit ihr zusammen dieses gefährliche Bild anschauen. Dann geht’s.

Sie lernt schnell, Gehorsamsübungen beherrscht sie nach 2 oder 3 Wiederholungen. Sie überlegt sichtlich, ob sie das jetzt will, ob sich das lohnt und vor allem: ob das Sinn macht. Beharrlichkeit unsererseits ist dann gefragt.

 

Unsere weltbeste Ohrenküsserin ist nun ein halbes Jahr alt geworden, die Pubertät hat begonnen, es ist und bleibt spannend. Alva bei uns zu haben ist einfach nur Balsam für die Seele. Wie schön, dass sich alles so gefügt hat.