November 2025

Der hochtourige Oktober und die Themen rund um Askia, die so unverwartet und für uns so hoch emotional im Chirsgarten "reingeschneit" ist, haben uns viel abverlangt.
Nun ist aber alles aufgegleist und wir sind daran, alles gut zu organisieren für einen normalen Alltag für alle.
Der Kastrationstermin Mitte November steht uns allen bevor, das ist keine Kleinigkeit für eine 12,5 Jahre alte Hündin... Gleichzeitig soll noch der grosse Knubbel (eine grosse Alterswarze) am
Vorderbein entfernt werden plus eine Wucherung auf der hinteren Pfote. Beides stört Askia und sie leckt sich oft...
Wir geniessen die Spaziergänge zusammen und versuchen, die Gedanken (was, wenn, ob, aber) zu verdrängen.
Bevor der OP-Termin ansteht, habe ich eine Reise nach Hamburg auf dem Zettel.
Wir haben wieder ein VRK-Arbeitswochenende vor uns, zwei Tage mit Sichtungen von VRK Kromis, um die 20 Kromis aus dem VRK Projekt sind gemeldet. Und dann steht am Sonntag noch eine
Züchterkreissitzung an, wir nutzen die Möglichkeit, wenn wir fast alle wieder einmal beieinander sind.
Ich lobe die Deutsche Bahn für den Service bei der Hinfahrt, es gab sogar einen Kaffee, so kann es entspannt losgehen...
Ich werde Hamburg pünktlich erreichen, da soll noch einer über die Bahn schimpfen!
Nein, es wird nichts schiefgehen.
Nicht an diesem Wochenende, nicht in diesem Monat und sowieso und überhaupt!
Am Freitagabend sitze ich nach der Bahnfahrt erst gemütlich mit meinen Freunden beim Abendessen und danach machen wir uns auf zur Kirche in Sandesneben.
Die liegt auf einem Berg. Insiderwitz.
Die im Norden meinen das aber ernst! ;-)
Die Kirche liegt auf einem.. jaaaaa Berg und muss dringend abgestützt werden, weil alles instabil ist.
Der Verein "Bergretter" (nein, ich sage jetzt nichts) kümmert sich ums Geldsammeln, eine Herkules-aufgabe... möge es ihnen gelingen, die Kirche zu retten, sie ist ein Kleinod!
Das Kirchenfenster ist wunderschön! und überhaupt ist es eine Kirche mit einer unglaublich warmherzigen Ausstrahlung.
Reinhold Beckmann hält hier heute eine Lesung aus seinem Buch über das Leben seiner Mutter, die im Krieg all' ihre Brüder verlor. Leider sind die Themen ihres Lebens gerade auch in diesen Tagen
wieder sehr aktuell und man realisiert mit Schrecken, dass der Mensch nichts aus der Geschichte lernt. Und dass Radikalismus jedwelcher Art uns alle ins Verderben führt.
Ich sitze mit einem feinen Glühwein in der Hand in der Kirchenbank, mit meinen Freunden und der lieben Gerda, die all das Erzählte aus eigenem Erleben kennt.... Ein inniger und wertvoller Abend, für den ich sehr dankbar bin.
Am Samstag ist nichts mit Ausschlafen, wir müssen los, die Rennbahn in Stove ruft. Ohne Pferde, dafür mit vielen Kromis.
Eine alleine kann gar nichts...
Zusammen können wir Vieles!
Das heutige Team an VRK Zuchtwartinnen (mit Anstandsdame Adele, die mit ihren 16, 5 Jahren noch freudig mit dabei ist - was für ein Geschenk!)
Lena Rathje, meine Wenigkeit, Britta Bessey und Gabi Fittkau - heute im Dienst als Zuchtwartinnen für den VRK.
Das Foto macht Beate Reyer, die das ganze Wochenende für uns die Fotos schiesst.
Zeitpläne sind wichtig, sonst läuft der Tag aus dem Ruder. Wir kommen gut voran und ich freue mich über die vielen Kontakte mit unseren VRK-Mitgliedern.
Einige kenne ich schon, andere habe ich bisher "nur" mit Telefonaten oder whats app kennenlernen können, nun heute hier ein Treffen in natura. Das ist immer am Schönsten.
Wir essen zusammen an einer langen Tafel und die Gespräche laufen weiter. Ich bekomme sogar noch ein Geschenk von Gabi und Klaus, wie lieb!
Gegen 18 Uhr machen wir uns auf die Heimfahrt. Mein Kopf ist so voll und platzt gleich, ich war gefühlt dauernd am Reden seit morgens um 8 Uhr und ich versuche, geistig präsent zu sein, um an alles zu denken. Ich hoffe, es ist mir gelungen. Der Abend gehört dem Sofa und dem "wir wollen nur hier sitzen".
The same procedure as yesterday...
aber heute mit Verstärkung durch Maja von Deyn, Zuchtwartin in Ausbildung (zweite von links) und Beate Reyer, unsere Fotografin (ganz links) ist heute auch mit drauf.
Heute im Auftrag des VRK unterwegs... mit geeinter Kraft...
Man kann sich schon vorbereiten, es nützt nur nichts...
Ich sass am Freitag schon wehmütig und nachdenklich in der Bahn und heute Sonntag flossen schon morgens früh die Tränen. Heute, am 16. November, jährt sich der Todestag von Wurzel. Alles sehr
emotional für mich. Ablenkung bringt nichts, denn man muss sich der Trauer und den Emotionen stellen. Halt heute einfach morgens früh und abends spät. Weinende Zuchtwarte nützen niemandem was.
Es hilft mir sehr, heute Alma, Wurzels Enkelin, streicheln zu können. Ein Kromifell, wo unbemerkt Tränen reinfallen, ist das beste Trostpflaster. Und Freundinnen, die verstehen, wie es einem grad zu Mute ist. Wurzel fehlt so sehr, ein Jahr ist keine Zeit...
Nach dem Mittagessen, wieder in grosser Runde, setzen wir uns vom Züchterkreis nochmal zusammen für eine Sitzung. Alexandra Massafra kann heute nicht dabei sein, sonst sind wir vollzählig.
Wir haben viel zu besprechen, u.a. die Wurfplanung für 2026 steht an und dies und das...
Wie konstruktiv und wertschätzend man zusammen arbeiten kann, wenn man am gleichen Strick zieht und das grosse Ganze vor Augen hat, ist immer wieder schön. Ich schätze unser Miteinander sehr.
Der Sonntagabend verläuft erholsam und ruhig auf dem Sofa meiner Freunde, geistig läuft der Notstromakku... es war viel diese Tage...
Und schups, schon ist Montagvormittag und ich sitze wieder in der Bahn.
Wenn die Deutsche Bahn nicht Freude an Spässchen hätte, könnte man sich in der Theorie ja auf die Reise freuen und dass man Zeit hat, Nachzudenken, zu Lesen und zu schreiben...
Aber so ganz entspannt ist es halt nicht, weil... halt.. ja genau.
Aber auch heute verläuft die Reise bis am Schluss ohne Verspätung.
Das Ruheabteil ist heute wirklich ruhig, so kann ich meine Gedanken gut sortieren und in Ruhe essen, lesen und nachdenken...
Was die nächsten Monate bringen, wissen wir noch nicht.
Die fünf Helden da auf dem Balken im Hamburger Bahnhof sehen wohl auch nicht mehr als ich... Wenigstens sitzt da noch eine Glückstaube auf dem einen Kopf. Kann man immer brauchen...
Freie Sicht auf hoffentlich gute Zeiten...
Kurz nach meiner Rückkehr steht nun der OP Tag für Askia an.
Nervlich sind solche Tage immer schlimm.
Aber unser weltbester Tierarzt kann alles gut operieren, die Gebärmutter war voller Flüssigkeit, die Kastration verlief gut und auch die beiden Warzengewächse sind nun entfernt.
Askia wird die nächsten Tage bei uns wohnen, zusammen mit unserer Tochter.
Wir haben mit dem Bad Ramsach in Häfelfingen zwar ein eigenes Kurhotel, aber auch eine Spezial Reha im Chirsgarten passt super. Askia erholt sich schnell und freut sich über unser "Betüddelprogramm".
Die Spaziergänge halten wir kurz, nach der ersten Post OP Woche darf Askia auch kurz für einen Besuch mit ins Altersheim und auch für ein Mittagessen im Ramsach ist sie mit dabei. Wie immer, unauffällig, freudig und der Liebling aller...
Ende November ist alles gut verheilt, Askia ist sehr vital und freut sich einfach ihres Lebens. Sie kann so witzig sein und mit Schalk ihr Ziel erreichen, sie ist wieder ganz so, wie wir sie von früher her kennen. Die Verwandlung ist augenfällig. Fotografiert zu werden mag sie gar nicht, sie guckt streng, sobald man das Handy auf sie richtet. Man stelle sich jedes Foto von ihr vor, mit einem satten Grinsen, kurz nach dem das Handy weggepackt ist... ;-)
Zum Leidwesen von Askia existiert jetzt ein strikter Fütterungsplan, sie muss unbedingt Gewicht verlieren. Ihre Bauchspeicheldrüsenwerte signalisieren die fast 2,5 kg Uebergewicht klar im roten Bereich. Auf dem Röntgenbild bei den Abklärungen für die OP sah man die Fettschicht super deutlich... und auch das Auge zeigt klar - es ist zuviel an Gewicht. Die Goodies sind jetzt abgezählt, aber man kann Zuwendung, Liebe und Aufmerksamkeit auch anderweitig als mit Goodies viel besser geben und da gibt es keine Begrenzung...
Und dann sind da ja noch die armen Woogies, Candis und Alva, die erst auf mich für vier Tage verzichten müssen, dann zieht Madame Askia ein und niiiiiiiiiiiiiiiemand kümmert sich um sie... ja genau... ;-)
Wir machen unseren traditionellen Ausflug in die Ostschweiz Ende November...
Während das Bronzegeisslein Candis auch zum wiederholten Male ausser Fassung bringt - iiiiiih so gefährlich... lassen Hirsch, Gemsen und auch der Luchs sie und Alva völlig kalt...
Versteh einer dieses kleine Kromipersönchen... ;-)
Unser alljährliches Bild... das erste Mal seit vielen Jahren ohne Wurzel... schwer...
Keiner zu klein, ein Schneemann zu sein...
es ist eine Frage der inneren Haltung...
Und lieber Schnee, wie heute bei unserem Ausflug, als das Matschewetter daheim Ende November... aber zum Glück können wir ja nicht entscheiden, wie es kommt...
Ein voller November war das... deswegen auch so ein langer Monatseintrag...
und jetzt sind wir schon im Adventsendspurt... jesses... die Zeit... wir versuchen, langsam zu machen...










































