Gastrecht / Betrachtungen

 

 

 

Zur Einführung ins Thema von Willebrand Typ I:

 

 

  • frei für von Willebrand Typ I bedeutet, das Tier hat keine Blutgerinnungsstörung, der von Willebrand Faktor ist im Normbereich. Dieser liegt bei gesunden Hunden bei 100-70%.

 

  

  • Heterozygote Merkmalsträgern (HETM) sind Hunde, die ein schadhaftes Allel tragen für die von Willebrand Erkrankung,
    sie sind heterozygot dafür. Die Blutgerinnung ist bei ihnen
    tiefer als der Normbereich, meist noch nicht im kritischen
    Bereich, aber dennoch tiefer, als er sein sollte.
    HETM können in der Zucht eingesetzt werden, aber nur in der Kombination mit einem Hund, welcher frei ist für vW.

 

 

  • Homozygote Merkmalsträgern (HOMM) sind Hunde, die zwei schadhafte Allele tragen für die von Willebrand Erkrankung,
    sie sind erbkrank dafür und geben demzufolge auch nur das
    kranke Gen punkto vW an ihre Nachkommen weiter. Sie produzieren zuwenig vom wichtigen vW-Faktor. Beim Kromfohrländer liegt der vWF nach dem aktuellen Stand bei
    den HOMM bei ca. 30% und tiefer - ein Bereich, in dem
    Blutungen auftreten können.
    HOMM Hunde sollten nicht in der Zucht eingesetzt werden. 

 

 

07. Juni 2019

 

 

Zum Gentest für das von Willebrand Syndrom Typ I beim Kromfohrländer

 

Das von Willebrand Syndrom beim Kromfohrländer - sachlich zusammengefasst:

 

 

In Finnland wird seit einigen Jahren der allergrösste Teil der Kromfohrländerwelpen und der Zuchthunde mittels Gentest auf von Willebrand getestet.  Zuchtlenkungsmassnahmen diesbezüglich sind in Finnland zwar nicht verpflichtend, werden aber vom allergrössten Teil der Züchter befolgt. Seit Sommer 2017 ist der Gentest für von Willebrand im umfassenden Test MyDogDNA/Genoscoper inkludiert. Es wurden auch Daten eingearbeitet, die vor Sommer 2017 erfasst worden sind, d.h. es liegen Daten mehrerer Jahrgänge von Würfen vor und vieler erwachsener Zuchthunde.

Die Firma Genoscoper weist per 07.06.2019 für alle reinrassigen Kromfohrländer FCI (und darunter sind auch einige wenige deutsche, schweizerische und österreichische Kromfohrländer)

38,35% der Tiere als heterozygote Merkmalsträger aus,
2,43% sind als homozygote Merkmalsträger erfasst.

 

 

 

Daten gemäss Website MyDogDNA, 07. Juni 2019, bitte gross klicken
Daten gemäss Website MyDogDNA, 07. Juni 2019, bitte gross klicken

 

 

Mit einem Prozentsatz von über 40% betroffener Tiere in dieser FCI Population kann und muss man sehr wohl von einer Erkrankung sprechen, die in der Rasse manifest ist. Da die finnische Population auf der deutschen aufbaut, ist es logisch, dass die Prozentsätze betroffener Kromfohrländer in den deutschsprachigen Ländern im ähnlichen Rahmen liegen müssen.

 

 

Die Kritik am Gentest und seiner Gültigkeit reisst nicht ab. Es würden wenige Kromfohrländer bluten, wird angeführt. Das ist nicht primär relevant.

Ob und wann Blutungen auftreten, kann nicht eindeutig beurteilt werden.

 

Ein klar klinisch messbares Symptom der von Willebrand Erkrankung ist der verringerte Gerinnungsfaktor des Blutes. Sowohl heterozygote Merkmalsträger (HETM) als auch die homozygoten Merkmalsträger (HOMM) haben einen stark verminderten Gerinnungsfaktor - klar tiefer als ein gesunder Hund. Dies allein! ist eine Validierung des Gentests. Der Zusammenhang zwischen einem klinischen Symptom und dem Genstatus kann eindeutig festgestellt werden.

 

 

Ob die betroffenen Tiere dann im Laufe ihres Lebens auch wirklich Einblutungen oder schlecht stoppende Blutungen zeigen, hängt von vielen Komponenten ab, welche nicht messbar sind und wissenschaftlich nicht klar erfasst werden können.

 

 

Diverse Labore in mehreren Ländern bieten seit Jahren den Gentest an. Wer sich an die Resultate des Gentests hält und HOMM-Hunde von der Zucht ausschliesst und HETM-Hunde nur mit freien Tieren verpaart, wird KEINE HOMM-Welpen mehr in den Würfen haben.

 

Nur so kann man langfristig die Erkrankung zurückdrängen. Es ist wichtig, dass dieser Test flächendeckend von ALLEN Züchtern angewandt wird. Jeder Züchter ist frei, diesen Test zu machen. Ob ihn sein Zuchtverein empfiehlt oder nicht, ist sekundär. Die Eigenverantwortung des Züchters greift auch hier.

 

 

Klar ist - der Gentest ist gültig, validiert ist er auch- ob mit oder ohne Studie von Feragen/Mai 2019 - anhand des Gerinnungsfaktors. Abwehrstrategien gegen den Gentest widersprechen der kynologischen Zuchtethik. Der Gentest muss angewandet werden und anhand des Resultates wird die Zuchtlenkung erarbeitet - ansonsten nimmt man in Kauf, wissentlich kranke Hunde zu züchten.

 

 

eine untaugliche Strategie, liebe Candis!
eine untaugliche Strategie, liebe Candis!